Vor viertausend Jahren wurden in verschiedenen Teilen Chinas taoistische Klöster errichtet mit dem Zweck, anhand der Wassermethode-Übungen die Spiritualität zu entwickeln, das menschliche Potential zu vergrößern und einem ausgewählten Kreis die Möglichkeit zu eröffnen, die Wurzeln des Universums mithilfe des I Ging (Buch der Wandlungen) zu verstehen.
Dort wurden die Fünf Elemente studiert um die Zeichen der natürlichen Welt zu verstehen. Diese Kombination gab den alten taoistischen Eingeweihten das Verständnis für das Universum und erlaubte ihnen so, ihre tägliche Praxis im Einklang mit den Naturgesetzen auf der weltlichen und der spirituellen Ebene zu vereinbaren.
Durch die vielen Generationen von Meistern, die sich der Sache mit ihrem Leben und ihrer Arbeit gewidmet haben, wurden das I Ging und die Fünf Elemente-Übungen über die Jahrtausende hinweg bis zum heutigen Tag vollständig erhalten.
Nur bei der taoistischen Arbeit beginnt man mit Körperbewegungen und weltlichen Übungen und beharrt nicht auf Glaubenssystemen oder religiösen Werten. Denn zuerst stärkt man den Körper, die Gesundheit und Vitalität und begibt sich dann erst auf andere Ebenen wie Gefühle und Geist.
Erst nach einer gewissen Übungszeit, in der sich Kapazitäten entwickelt haben, kann man weitergehen zu mehr subtilen, spirituellen Übungen, die sich mit psychischen Wahrnehmungen, Karma und dem Innersten Eigenen Sein befassen. Sind aber diese tiefschichtigen Übungen nicht im physischen Körper stabilisiert, könnten sich spirituelle Knoten lösen und dadurch große Schäden verursachen.
Erst wenn man auf der körperlichen Ebene jegliche Veränderungen verarbeiten kann, ist man auch in der Lage, bei Erschütterungen in der inneren oder äußeren Welt geerdet zu bleiben.
Mehr als auf Spitzen und Übertreibung setzt die Wassermethode auf Mäßigung und Einhaltung der 70%-Regel um das Ziel, nämlich Stabilität und einen konstanten Fluss, zu erreichen. Die Übungen wurden so gestaltet, dass sie ungefährlich sind und man keine Stärke und Kraft nutzen muss.
Die Alten Chinesen haben verstanden, dass jedes menschliche Wesen einzigartig ist und somit eine einzelne Methode nicht für jedermann funktionieren kann. Also haben sie verschiedene Übungen entwickelt, die in fünf grundlegende Modalitäten gegliedert werden: stehen, sitzen, liegen, sich bewegen, oder in Beziehung zu Anderen sein (Partnerübungen).
Der Einzelne wird ganz natürlich zu der für ihn passenden Methode neigen oder auch durch einen Lehrer oder eine Gruppe hingeführt werden. Also würde man wählen zwischen Klosterleben, alleine oder in Gemeinschaft zu leben, oder sogar umherziehen wie ein Nomade oder eben sich niederlassen. Man hat die Möglichkeit, einzelne Übungen zu wählen oder eine Kombination von Einzel- und interaktiven Übungen. So findet jeder die richtige, passende Mischung für sich selbst.
Unter den ursprünglichen taoistischen Übungen waren:
- Stehende Übungen um den Körper zu stärken.
- Sitzende Übungen - die klassische Meditationsmethode.
- Liegende Übungen - eine etwas fortgeschrittenere Meditationsmethode, sie wurde nur von wenigen praktiziert.
- Bewegungsübungen wurden von allen geübt. Sie sind ein ausgezeichneter Weg, den Körper gesund zu erhalten und können auch als Meditationsform genutzt werden.
- Partnerübungen waren typische Übungen für Fortgeschrittene, speziell die Meditation. Geübt wurden sie z.B. beim Sparring oder während dem Sex – sie stehen immer in Beziehung zu einem anderen Menschen.
- Fünf Elemente-Übungen wurden von allen Taoisten und nur in der Natur geübt. Sie dienten dazu die Energien der Fünf Elemente zu erkennen und sie sich anzueignen.
- I Ging-Übungen
Durch diese Übungen haben die Taoisten mit dem ganzen menschlichen Energiesystem gearbeitet und trennten die Funktionen des Körpers, des Geistes und das Qi in 16 Neigong-Komponenten (energetische Entwicklung).
Vereint zu einem Ganzen werden die 16 Komponenten in Qigong, Ba Gua, Tai Chi, Yoga, Meditation, Fünf Elemente- und I Ging-Übungen.
So wurden dank der Linienhalter der Reichtum, die Tiefe und die Reinheit erhalten bis zum heutigen Tag.